Hallo meine Lieben,
heute habe ich es endlich geschafft einen Post zu schreiben! Es tut mir wirklich leid, dass ich mich so lang nicht gemeldet habe, aber dafür habe ich nun spannendes zu berichten ;)
Wie manche vielleicht wissen, bin ich am Wochenende weggefahren. Vorher wusste ich noch nicht einmal genau wohin, denn es wurde alles für mich organisiert. Nun aber weiß ich, dass ich in der Nähe von Geisa war, also genau an der Grenze zwischen Thüringen und Hessen.
Thema meines Ausfluges war "Kalter Krieg und die innerdeutsche Grenze", was nun vielleicht etwas langweilig klingt. Wie stellt ihr euch die Grenze zwischen West- und Ostdeutschland vor? Wisst ihr, dass nicht nur in Berlin eine Grenze aufgebaut wurde?
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich zu diesem Thema nie schlau gemacht hatte. Ja ich weiß, dass es in Berlin die Mauer gibt, aber dass die Grenzen zwischen den Besatzungszonen so ausgebaut waren, hätte ich nicht geahnt, dazu aber später.
Nach einer anstrengenden Schulwoche habe ich nun also am Freitag meine Koffer gepackt und bin nach einer vierstünigen Reise in de Observationpoint Alpha angekommen. Hier solltet ihr wissen, dass dies ein ehemaliger Beobachtungspunkt der Amerikaner war, und somit in Westdeutschland liegt. Nach den ersten Enttäuschungen wie dem Abendessen und den Gemeinschaftsduschen ging der Abend schnell vorrum.
Am Samstag waren wir im "Blauen Haus", was etwas entfernt von den Unterkünften lag. In ihm ist eine wirklich spannende Ausstellung zum Thema Grenzbewachung und Grenzaufbau.
Alter Kolonnenweg entlang der Grenzbefestigung führt zum "Blauen Haus".
Alter Wagen mit dem Ostsoldaten entlang der Grenze Kontrollfahrten machten.

Selbstschussanlage, die ausgelöst wurde, wenn Flüchtlinge den Zaun berührten.
Maschendrahtzäune die den Mienenstreifen umranden.
Bewachungsturm auf der Ostseite der Grenze mit dargestelltem freilaufendem abgerichtetem Hund.
Blick vom westlichem Wachturm auf die Ostseite. Die westdeutschen Soldaten durften erst eingreifen, wenn Flüchtlinge sich auf westdeutschem Gebiet befanden.
Skulptur des Weges der Hoffnung. Man soll in den Spiegel sehen und sich selbst kritisch betrachten.
In Gruppen haben wir dann zu verschiedenen Themen rund um den Bereich innerdeutsche Grenze gearbeitet. Meine Aufgabe war es, einen kurzen Abriss über den Verlauf des Kalten Krieges zu machen und besonders "heiße" Phasen wie die Kuba-Krise auszuarbeiten.
Am Abend hatten wir noch Besuch von einem ehemals westdeutschen Grenzposten, der uns in einem so genannten Zeitzeugengespräch, über seine Erfahrungen berichtete. Ich muss sagen, dass ich ihn wirklich bewundere für das, was er erlebt hat.
Am Sonntag gab es noch ein weiteres Zeitzeugengespräch, um sich auch die Ostseite anzuhören. Danach haben wir eine Wanderung entlang dem Weg der Hoffnung gemacht. Hier hat ein Künstler, dessen Name mir leider entfallen ist, aus Metall 14 Skulpturen gefertigt, die eine Station des Kreuzzuges darstellen bezogen auf die DDR. Mich hat dieses Kunstwerk sehr bewegt, denn unser Guide hat uns ausführlich eine Erklärung geliefert, was die einzelnen Gesten zu bedeuten hatten.
Nach dem Film "Die Sonnenallee", in dem das Alltagsleben in der DDR lustig veranschaulicht wird, und einer Auswertung am Montag trat ich dann endlich die Rückreise an.
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| Ligretto spielen im Zug |
Dieses Wochenende hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und mir gezeigt, in was für Missständen die Menschen leben mussten. Ich bin wirklich froh, an so einem Programm teilgenommen zu haben und kann es nur jedem empfehlen zu Point Alpha zu fahren.
Ich werde mich jetzt noch daran setzen, weitere Posts für euch vorzuschreiben, die ich dann in der nächsten Woche nach und nach veröffentlichen werde. Ich bin leider etwas kränklich in letzter Zeit und nutze die freien Pfingsttage daher um zu genesen und meinen Blog wieder anzukurbeln.
Somit wünsche ich euch alles Gute und Liebe dieser Welt!
Love, Louise Lanell <3
